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5 Hinweise für Lehrende zur Integration von Grammatik in die eigene Lehre

18 Mai
Dr. Daniel Spielmann ist derzeit Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schreibzentrum der Goethe-Universität, wo er u.a. mehrsprachige Studierende berät. In diesem Blogeintrag gibt er Hinweise, wie Lehrende Studierende aktiv beim Ausbau ihrer Grammatikkenntnisse unterstützen können.

 

Die Bedeutung des Lesens für den Spracherwerb wurde und wird aus vielerlei Perspektiven beforscht. Lesen kann für Erst-, Zweit- und Fremdsprachenerwerb als gleichermaßen wirksam gelten. Die Bewältigung eines Hochschulstudiums ist ohne Lesekompetenz nicht denkbar.

Lernenden wird das Lesen oft empfohlen, damit sie ihre Fähigkeit zum Textverständnis trainieren und den eigenen Wortschatz erweitern. Das Lesen kann darüber hinaus auch für den Ausbau grammatischer Kenntnisse genutzt werden. In der Lehre empfiehlt es sich, Grammatik nicht als von den eigentlichen Lerninhalten getrennten Komplex zu verstehen, sondern als Ressource, mit deren Hilfe die Bedeutungskonstruktion durch Sprache überhaupt erst möglich wird. Aus dieser Perspektive ist Grammatik überall und alles sprachliche Handeln von Lernenden kann als Gelegenheit genutzt werden, Grammatikkenntnisse zu verbessern.

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Hier nun fünf Empfehlungen, die Lehrende an ihre Studierenden weiterreichen können, um Studierende beim Lesen zur Auseinandersetzung mit Grammatik zu motivieren:

1. Ermuntern Sie zu mehreren Lesedurchläufen

Wie auch beim Schreiben sind unsere kognitiven Ressourcen beim Lesen endlich und so scheint es sinnvoll, Texte zunächst so zu lesen, dass man ihren Inhalt erfasst. Insbesondere zweit- und fremdsprachliche Lesende profitieren jedoch, wenn sie Texte mehr als nur einmal lesen: Nachdem Lernende den Inhalt eines Textes erfasst haben, kann es sinnvoll sein, sie zu einem zweiten Lesedurchgang zu motivieren, bei dem zumindest bestimmte Textpassagen hinsichtlich des Sprachgebrauchs untersucht werden.

2. Werfen Sie mit Studierenden einen Blick auf die Verben

An den in einem Text verwendeten Verben lassen sich viele interessante Beobachtungen machen, denn die Verben geben Aufschluss darüber, mit welcher Art von Text man es jeweils zu tun hat. Sieht man sich etwa die verwendeten Zeiten an, sind in wissenschaftlichen Texten viele im Präsens formulierten Verben erwartbar; stößt man auf Zeitsprünge in die Vergangenheit, kann dies auf eine Diskussion der historischen Entwicklung von Ideen und Konzepten hinweisen. Dieser Aspekt wird jedoch auch stark von den fachlichen Gepflogenheiten beeinflusst sein – so wird etwa in der Geschichtswissenschaft ein stärkerer Gebrauch von Zeitformen der Vergangenheit nicht überraschen; das Präsens bietet sich in dieser Disziplin an, um die Bedeutung vergangener Ereignisse für die Gegenwart zu beschreiben.

Ermutigen Sie Studierende außerdem, einen genaueren Blick auf sog. Operatoren zu werfen. Diese Verben beschreiben das sprachliche Handeln der Autor*innen und geben Aufschluss über die theoretischen Zusammenhänge der im Text beschriebenen Inhalte, Konzepte und Ideen. Welche Verben scheinen Ihren Studierenden bemerkenswert und warum? An welcher Stelle hätte es sich angeboten, andere Verben zu verwenden?

3. Thematisieren Sie die Grammatik von neuem Wortschatz

Lesende sollten neue und hilfreiche Vokabeln bewusst wahrnehmen; ihr Kontext eröffnet dabei Lernmöglichkeiten über die bloße Wortbedeutung hinaus. Wenn Lesende auf Wörter stoßen, die sie zwar verstehen, aber selbst noch nicht aktiv verwenden, lohnt es sich, Fragen zur Verwendung des jeweiligen Wortes im Satz zu stellen. Etwa: ist ein bestimmtes Substantiv abstrakt oder konkret, zählbar oder unzählbar? Bindet es ein bestimmtes Verb? Und bei einem Verb: ist es transitiv oder intransitiv? Welche Präposition gehört dazu? Wo findet sich im Satz das zum Verb gehörige Subjekt? Durch eine solche Herangehensweise schulen Sie den Blick Ihrer Studierenden für Phrasen und Kollokationen; damit bereiten Sie den Boden für die Erweiterung sowohl des rezeptiven als auch des produktiven Wortschatzes. Ergänzend können Sie unser Handout Formulierungshilfen an Ihre Studierenden weitergeben.

4. Lassen Sie mit Grammatik spielen

Beim Stichwort „Grammatik“ denken viele zunächst an Regeln, ja – Grammatik ist jedoch v.a. auch ein System von Optionen und für jede von Autor*innen getroffene Entscheidung gibt es auch Alternativen. Diese Alternativen zu diskutieren kann für Studierende sehr aufschlussreich sein.

Eine Möglichkeit hierzu ist, Texte unter Verwendung alternativer grammatischer Muster umzuschreiben:

  • Wenn mehrere kurze Sätze aneinandergereiht sind, ließen sich diese sinnvoll in einem längeren Satz kombinieren?
  • Wie könnten (zu) lange oder überkomplexe Sätze in kürzere, leichter verständliche Sätze umformuliert werden?
  • Wenn bestimmte Substantive häufig wiederholt werden, könnten stattdessen Pronomina verwendet werden?
  • Wie könnte ein wissenschaftlicher Text für ein anderes Publikum umgeschrieben werden – beispielsweise für ein populärwissenschaftliches Magazin oder einen Blog?
  • Bei nicht wissenschaftlichen Texten: was wäre notwendig, um den Text in eine stärker formalisierte, akademische Textsorte zu überführen?

Die beiden letztgenannten Übungen schulen sowohl das Leseverständnis als auch die Schreibkompetenz von Studierenden. Um elaborierte wissenschaftlichen Texte zu verstehen, kann es für Studierende notwendig sein, die Komplexität langer Nominalphrasen oder Relativsätze aufzubrechen und die darin verpackten Ideen und Strukturen freizulegen.

5. Lassen Sie ein Grammatik-Journal führen

Grammatikkompetenzen lassen sich nicht über Nacht aufbauen und insbesondere nicht dann, wenn Studierende von einer Textseite zur nächsten hasten. Sprachliche Strukturen müssen zunächst bewusst wahrgenommen und anschließend verinnerlicht werden. Hierzu ist es empfehlenswert, grammatische Beobachtungen in einem Schreibjournal festzuhalten; ob Lernende sich hierfür analoger oder digitaler Schreibumgebungen bedienen, sollte der persönlichen Präferenz der Studierenden überlassen werden.

Wenn Sie als Lehrperson ein Lernmanagement-System wie OLAT oder Moodle nutzen, können Sie Studierende auffordern, eine interessante grammatische Konstruktion im Diskussionsforum Ihrer Lernveranstaltung zu beschreiben oder eine Frage dazu zu formulieren; der Fokus sollte dabei nicht allein auf der Wortbedeutung liegen, denn dafür gibt es Wörterbücher – online etwa das exzellente Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache. Werden Fragen formuliert, sollten sich zuerst Kommiliton*innen an einer Antwort versuchen, bevor Sie als Lehrperson reagieren. Fragen könnten sich beispielsweise auf die Referenz eines Pronomens oder die Verwendung eines bestimmten Relativpronomens beziehen, auf den Satzbau usw. Diese Art der Grammatikarbeit funktioniert auf sämtlichen Kompetenzstufen. Der wichtigste Beitrag von Grammatik-Journalen zum sprachlichen Lernen Ihrer Studierenden liegt darin, Lernende beim Lesen zur konstanten Auseinandersetzung mit neuen und interessanten Strukturen anzuhalten. Diskussionen über die Beobachtungen im Rahmen Ihrer Lehre bieten zahlreiche Gelegenheiten zum sprachlichen Aushandeln – ein Faktor, den die Sprachlernforschung schon vor Jahrzehnten als für den Spracherwerb zentral identifiziert hat.

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Die in diesem Beitrag genannten Techniken lassen sich als Hausaufgaben bearbeiten und in Plenardiskussionen einbauen, sie halten Lernende zum Selbststudium an und erlauben es Ihnen, praktisch jede Leseaufgabe für eine Grammatiklektion zu nutzen. Sollten Sie einige der hier genannten Tipps in Ihrer Lehre ausprobieren oder eigene Ansätze haben, um Grammatik mit Lernenden zu thematisieren, lassen Sie es uns in den Kommentaren wissen!

Hier finden Sie den Online-Grammatiktest auf der Homepage des Schreibzentrums.

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What Kind of Writer Are You?

11 Jul

If you have always wondered what the Harry Potter series may tell you about your preferred writing style, you have to take this lovely BuzzFeed quiz.

Writing Center Director Julie Nelson Christoph (U of Puget Sound, Tacoma) and her wonderful peer tutors have developed this fun way for you to find out what strategies you’re using to ‚get things done‘. Academic writing can be challenging and so can be finishing one’s own texts in time.

Based on H. Ortner’s „Writing Strategies“ concept and its comprised version „Schreibtypentest“ (find an English version here), the BuzzFeed quiz makes use of JK Rowlings famous book series where a couple of friends (and some foes) are faced with various challenges and tasks. The quiz transfers the magical world of Harry, Ron, and Hermione into the sometimes demanding but also adventurous world of academic writing and learning.

BuzzFeed quiz Schreibtypen

On a personal note: I got „Hermione“. Julie Nelson Christoph and her peer tutors told me that many of them scored the same result. It would be interesting to find out how many peer tutors and Writing Center staff are like industrious Hermione.

Eichhörnchen, Abenteurer oder Mehrversionenschreiber?

22 Jan

Stephanie Dreyfürst

Jeder, der in irgendeiner Form mit Schreiben, und vor allem mit dem Schreiben wissenschaftlicher Texte zu tun hat, kennt die guten Ratschläge anderer: Zuerst muss man eine Unmenge an Literatur lesen, heißt es da oft, danach eine ausgearbeitete Gliederung erstellen und dann den Text von vorne nach hinten in einem Rutsch herunterschreiben. Möglichst perfekt und ohne große Änderungen.

Das ist natürlich kompletter Unsinn. Aber leider als Ratschlag kaum tot zu kriegen. Wir am Schreibzentrum sind in individuellen Schreibberatungen oft mit diesen stereotypen (und wenig hilfreichen) Vorstellungen konfrontiert, die Ratsuchende mit zu uns bringen. Sei es, dass sie diese Annahmen über das Schreiben noch aus der Schule mitbringen, sei es, dass Lehrende oder andere Studierende die Mär weiterverbreiten, wie gute akademische Texte angeblich entstehen (müssen)…Tatsache ist jedenfalls, dass nur die allerwenigsten Studierenden (und Dozent*innen) wissen, dass der Prozess des Schreibens, der irgendwann zu einem fertigen Text führt, hochgradig individuell ist und keinesfalls einem einzigen vorgefertigten ‚Rezept‘ folgt.

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Die eine schreibt am besten, wenn sie die Fachliteratur erst einmal komplett ignoriert und sich einsam an ihrem Laptop ihre eigenen Gedanken zum Thema macht. Dem anderen kommen die besten Ideen und Argumente immer dann, wenn er sich selbst mit dem Handy aufnimmt. Wieder eine andere braucht einen riesigen Zettel und einen Filzstift, um sich räumlich die Struktur ihres Textes aufzumalen, bevor sie anfangen kann. Aus dem Beratungsalltag und aus unseren Workshops wissen wir, das im Grunde jede*r seine*ihre eigene Herangehensweise an das Schreiben hat. In der Schreibdidaktik nennen wir diese Herangehensweisen auch Strategien.

So lange diese Strategien zum gewünschten Ergebnis (einem fertigen und akzeptablen Text) führen und die Schreibenden sich in ihrem Schreibprozess wohl fühlen, ist auch überhaupt nichts gegen die jeweilige Herangehensweise zu sagen. Aber es muss nicht erst zu einer Schreibhemmung oder gar Schreibblockade kommen, um zu erkennen, dass es manchmal sehr nützlich sein kann, etwas Neues auszuprobieren. Mehr Auswahlmöglichkeiten zu haben. Die Perspektive zu wechseln.

Der Ansatz, Schreiben mit Hilfe unterschiedlicher Schreibstrategien zu erklären und anzuleiten, stammt ursprünglich von Hanspeter Ortner (Schreiben und Denken, 2000). In unserem Band, den wir 2014 zum Thema „Schreiben. Grundlagentexte zur Theorie, Didaktik und Beratung“ herausgegeben haben, findet sich eine hilfreiche Zusammenfassung von Ortners umfangreicher Studie (vgl. ebd. Sennewald: 169-192).

Nach Ortner definieren sich Schreibstrategien als „erprobte und bewährte Verfahren der Bewältigung spezifischer Schreibanlässe und potentiellen Schreibschwierigkeiten in spezifischen Schreibsituationen.“ (Ortner 2000: 351)

Grundsätzlich lassen sich nach Ortners Ansatz zwei verschiedene Verfahren unterscheiden: Das zerlegende und das nicht-zerlegende Schreiben. Aus der Vielzahl der verschiedenen Unterarten dieser beiden Verfahren haben wir in unserem Erklärfilm vier herausgegriffen, die für viele Schreibende typisch sind:

Die Eichhörnchen-Strategie, die Abenteurer-Strategie, die Planer-Strategie oder die Mehrversionen-Strategie. 

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Was es genau mit diesen Strategien auf sich hat, kann man in unserem sechsminütigen Erklärfilm lernen. Unsere ehemalige Peer Tutorin Birte Svea Philippi (geb. Metzdorf) hat in Kooperation mit einigen Peer Tutor*innen des Schreibzentrums die unterschiedlichen Schreibstrategien visualisiert und zu einem kompakten Film werden lassen.

Den Film „Was sind Schreibstrategien?“ gibt es auf dem YouTube-Kanal des Schreibzentrums der Frankfurter Goethe-Universität zu sehen.

Der Film ist Teil unseres Online-Schreibzentrums, das sich gerade in Planung befindet.

Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2014

18 Feb

Eine ganze Bibliothek mit Mondschein-Schreibern

Am 6. März: Die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten auf dem Campus Westend – Erstmalig sind auch Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler dabei

FRANKFURT. Zum vierten Mal findet dieses Jahr bundesweit am ersten Donnerstag im März eine „Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten“ statt. Die Studierenden der Goethe-Universität bekommen am 6. März die Gelegenheit, im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften und in der Bibliothek Recht und Wirtschaft (Campus Westend) die ganze Nacht über nachzudenken und zu schreiben. In der Gemeinschaft mit anderen Schreibwilligen geht es darum, die eigenen Texte ein gutes Stück voranzubringen.

Tatkräftig unterstützt werden die nächtlichen Schreiber von den studentischen Schreibtutorinnen und -tutoren des Schreibzentrums, die die ganze Nacht lang Fragen zum Zeitmanagement, Zitieren oder zur Argumentation in wissenschaftlichen Texten beantworten werden. Zum ersten Mal können auch die Studierenden der Rechtswissenschaft in ihrer Bibliothek auf dem Campus Westend mitmachen.

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Ariane Willumeit, 23 Jahre alt und seit Oktober studentische Tutorin am Schreibzentrum, freut sich schon auf die Nachtschicht: „Das wird meine erste ,Lange Nacht‘ als Schreibtutorin. Ich bin gespannt, wie viele bis zum Morgen durchhalten. Eine ganze Bibliothek mit Mondschein-Schreibern stelle ich mir spannend vor.“ Die konzentrierte Arbeitsatmosphäre in der Bibliothek findet Ariane sehr anregend, und wie der Rest des Tutorenteams hat auch sie schon Pläne geschmiedet, wie sie sich die ganze Nacht wach halten will: „Kaffee zum Wachbleiben, Kekse zum Durchhalten und hoffentlich viel zu tun. Außerdem wird eine meiner Kolleginnen gegen 23 Uhr einen Schreibtisch-Yoga-Workshop geben -auch eine tolle Methode, um frische Energie zu tanken.“

Für den zu erwartenden Ansturm sind die Tutoren gut gerüstet, und auf die Schreibwilligen warten neben der Möglichkeit zu einer individuellen Schreibberatung oder Kurzworkshops auch Kaffee in ausreichenden Mengen sowie ein kleines Büffet. Sich anmelden und mitmachen können alle Studierenden und Promovierenden der Goethe-Universität, die an einer aktuellen Schreibaufgabe sitzen.

Informationen: Schreibzentrum, Campus Westend, Tel. (069) 798. 32845 Programm Kurzworkshops: http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de, Anmeldung für das Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften bis zum 5.März unter schreibzentrum@dlist.uni-frankfurt.de und für die Bibliothek der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bis zum 28. Februar mentoring@jura.uni-frankfurt.de

Schreibmonat November

31 Okt

Ab Freitag 16 Uhr wird geschrieben, geschrieben, geschrieben…

Das Schreibzentrum der Goethe-Universität macht den November zum „Schreibmonat“ – nicht nur Studierende sind zum Mitmachen eingeladen

Ab Freitag (1. November) 16 Uhr wird geschrieben, geschrieben, geschrieben: Innerhalb von 30 Tagen können Frankfurter Studierende, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, aber auch Interessierte von außerhalb mit dem Schreibzentrum der Goethe-Universität an ihren Texten arbeiten. Ob Hausarbeit, Essay, Dissertation, Fachartikel oder Roman, ob täglich oder ab und zu, ob 1000 Wörter oder drei Stunden am Stück: Das Schreibziel, das erreicht werden soll, legen alle selbst fest.
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„Vielen fällt es im Alltagsstress schwer, regelmäßig und motiviert an den eigenen Texten zu arbeiten. Auch Schreibprofis und alte Hasen plagen sich mit immer näher rückenden Abgabeterminen, Aufschieberitis und Phasen, in denen nichts aufs Papier will“, so Dr. Nadja Sennewald, eine der beiden Leiterinnen des Schreibzentrums an der Goethe-Universität. Viele Dinge werden oft vorgeschoben, um das Schreiben zu umgehen – das Schreibzentrum holt die Zögerlichen ab mit „Schreiben, obwohl man eigentlich keine Zeit hat“. Erfahrungen aus der universitären Praxis haben gezeigt, dass es sehr motivierend sein kann, sich als Teil einer Gemeinschaft von Schreibenden zu begreifen. „Aus diesem Grund gibt es, angelehnt an den amerikanischen Academic Writing Month, nun wieder die Möglichkeit, einen Monat lang intensiv und konzentriert an den eigenen Texten zu arbeiten“, ergänzt ihre Kollegin Dr. Stephanie Dreyfürst.

Teilnehmen können alle – virtuell von zu Hause aus oder auch live mit anderen zusammen in der Bibliothek Geisteswissenschaften auf dem Campus Westend. „Gemeinsam schreibt man weniger allein“ ist das Motto. Der virtuelle Schreibraum ist immer geöffnet, der analoge im 6. Stock des Bibliothekszentrums Geisteswissenschaften im IG-Farben-Haus (Gruppenraum in Q1) täglich von 16 bis  bis 20 Uhr. Dort gibt es täglich um 16 Uhr eine „Einschreibübung“, und die Tutorinnen und Tutoren des Schreibzentrums bieten eine individuelle Schreibberatung an. Sie beantworten Fragen zum Schreibprozess, zur Themenplanung, zur Argumentation, aber auch zum Zeitmanagement und zur Motivation bei umfangreichen Textprojekten.

Wer sich ein tägliches Schreibziel setzen will, online mitschreiben oder einfach nur sehen möchte, wer sich auf der ganzen Welt seinen selbstgesteckten Schreibzielen nähert, der kann sich auf einer gemeinsam genutzten Online-Tabelle eintragen: http://bit.ly/19lzFxg. Sich gegenseitig anspornen und Tipps austauschen können alle Schreibenden alternativ auch über Twitter unter dem Hashtag #AcWriMo.

Informationen: Dr. Stephanie Dreyfürst und Dr. Nadja Sennewald, Schreibzentrum der Goethe-Universität, Campus Westend, Telefon (069) 798-32845; dreyfuerst@lingua.uni-frankfurt.de; sennewald@em.uni-frankfurt.de; http://schreibzentrum.uni-frankfurt.de

Schreibwoche / Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten 2013

1 Mrz

Schreibwoche

Wo? Campus Westend, IG-Farben-Hauptgebäude, Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, Q1

Für die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten am 7. März 2013 melden Sie sich bitte mit Namen und Matrikelnummer unter katinalinguri@stud.uni-frankfurt.de an. Für sämtliche Workshops (04.-07. März) müssen Sie sich NICHT anmelden. Kommen Sie einfach vorbei!

Montag (4. März), Dienstag (5. März) und Mittwoch (6. März) | täglich um 16h im Bibliotheksraum Q1, 6.115

  • Einschreibübung
  • Individuelle Arbeit an Schreibarbeiten
  • Studentische Schreibberatung

Kurzworkshops (Räume auch an der Infotheke der Bibliothek, Q1, 3. Stock)

  • Montag (4. März | 16-17h): Citavi-Literaturverwaltungsprogramm (Leonardo Dalessandro), IG-Hochhaus – IG 3.201 (Seminarraum)
  • Dienstag (5. März | 16-17h): Layout mit Word (Sascha Dieter), IG-Hochhaus – IG 3.201 (Seminarraum)
  • Mittwoch (6. März | 16-17h): Zeitmanagement (Katina Linguri und Lisa Stehr), IG-Hochhaus – IG 3.201 (Seminarraum)

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Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten

Wo? Campus Westend, IG-Farben-Hauptgebäude, Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, Q1, 3. Stock

Wann? 7. März, ab 20h bis zum Morgengrauen

Für die lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten am 7. März 2013 melden Sie sich bitte mit Namen und Matrikelnummer unter katinalinguri@stud.uni-frankfurt.de an.

Workshops am 7. März

  • 21 Uhr: Recherchieren in den Geisteswissenschaften (Tine Lenger)
  • 21 Uhr: Recherchieren in den Geisteswissenschaften (N.N.)
  • 21 Uhr: Word & Zitieren (Mirjam Steinebach, Sascha Dieter)
  • 24 Uhr: Schreibtisch-Yoga (Mirjam Steinebach, Viola Goldschmidt)

Akademischer Schreibmonat – Academic Writing Month 1.-30. November 2012

23 Okt

Herzlich Willkommen zum ersten Frankfurter Akademischen Schreibmonat!

Was/what:      Akademischer Schreibmonat – Academic Writing Month

Wann/when:   1.-30. November 2012

Wo/where:     Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften, Q1, Gruppenarbeitsraum 6. OG und überall / Library of the Humanities at Frankfurt’s Goethe-University and anywhere

Wenn sie teilnehmen möchten, tragen Sie sich bitte auf der offiziellen Tabelle des Academic Writing Month (AcWriMo) ein, auf dem Sie Ihr Schreibziel und Ihren Fortschritt vermerken und mit den anderen Teilnehmenden vergleichen können. Ihr Vorname oder ein Pseudonym reichen, ein Twitteraccount ist hilfreich, wenn Sie sich zwischendurch an Diskussionen beteiligen und mehr von anderen Schreibenden erfahren möchten – er ist aber nicht zwingend notwendig für eine Teilnahme am Schreibmonat!

If you would like to participate, please use the the official Academic Writing Month spread sheet where you can record the amount of words you have produced and see how the other participants are doing. First names or pseudonyms are sufficient. You can also use or get a Twitter account in order to take part in some more detailed discussions and hear about the other participants‘ doing but it is not an obligatory thing to do.

Hier die einfachen Regeln für den Schreibmonat:

  1. Entscheiden Sie sich für eine bestimmte Anzahl von Wörtern, die Sie während des Schreibmonats bzw. an den Tagen, die Sie an Ihrem Projekt arbeiten, schreiben wollen. Nehmen Sie sich dabei ruhig viel vor: Wenn Sie normalerweise 500 Wörter an einem Tag schreiben, gehen Sie auf 600 – Hauptsache, Sie setzen sich ein ehrgeiziges Ziel.
  2. Erklären Sie öffentlich, dass Sie am Schreibmonat teilnehmen möchten; Sie können Ihren persönlichen Twitteraccount (#schreibmonat oder #AcWriMo), die Kommentarfunktion dieses Blogs oder sonstige Orte nutzen, um Ihre Teilnahme bekanntzugeben.
  3. Entwickeln Sie eine Strategie bzw. stellen Sie einen Plan für sich auf, wie Sie Ihr Ziel erreichen wollen (auch hier können Sie sich Unterstützung von uns holen, wenn Sie das möchten).
  4. Diskutieren Sie mit anderen über Ihr Schreiben: auf Twitter, hier, auf jeder anderen Plattform, die Ihnen geeignet erscheint, mit Ihrer Großmutter – Hauptsache, Sie bleiben im Gespräch mit Menschen, denen Ihr Fortkommen am Herzen liegt und die Sie in Ihrem Tun unterstützen.
  5. Lassen Sie nicht nach. Auch wenn es schwerfällt, bleiben Sie dran. Sollten Sie Probleme mit der Motivation haben oder im Schreibprozess festhängen, wenden Sie sich an uns, dann können wir zusammen in einer individuellen Schreibberatung nach Lösungen suchen und Sie erhalten dabei gleich noch praktische Tipps rund um das Thema Schreiben. Sollten Sie nicht in Frankfurt wohnen, können wir eine Online-Schreibberatung via Google+ Hangout machen.
  6. Machen Sie Ihre Ergebnisse öffentlich – und seien Sie dabei ehrlich! Tragen Sie Ihr Ergebnis auf der Excel-Tabelle ein, zu der Sie den Link erhalten, wenn Sie sich bei unseren Schreib-Tutoren Sascha Dieter oder Leonardo Dalessandro per Mail melden (sdieter[at]stud.uni-frankfurt.de oder l.dalessandro[at]stud.uni-frankfurt.de). Oder benutzen Sie auch hier den hashtag #schreibmonat bzw. #AcWriMo.

Here are the simple rules for the Academic Writing Month:

  1. Set yourself some crazy goals. If you are used to writing a certain amount per day or hour, try raising that amount a little. Or a lot. See how you fare and hopefully you will see at the end of the month that you can produce a lot more words than you thought was possible.
  2. Publicly declare your participation and goals. Use your personal Twitter account, the commentary section of this blog, or any other place you feel comfortable with. Even if that means telling your grandmother about it (who will keep on asking you how things are going during the next 30 days).
  3. Draft a strategy. This is the crucial part, don’t underestimate the importance of a good strategy of how to reach your goal. Take your calendar and set up specific times when you can write (and where). Stick to that plan even if that means that you have to neglect other activities – it’s only a month.
  4. Discuss what you’re doing. Do it here, on Twitter, on Google+, on Facebook, in the kitchen of your apartment, on the street – it doesn’t matter. Of course we are all interested in hearing how everybody is faring, so tell us how things are going.
  5. Don’t slack off. Yes, writing can be strenous and hard sometimes but it can be fun too. When you go through a phase in which you don’t have enough energy or motivation to continue, don’t hesitate – get in touch with us. We can arrange an individual writing instruction session. If you can not show up in person – which might be the case when you live and write in, say, Sidney – we will be more than happy to set up an online writing instruction session via G+ hangout. Just ask.
  6. Publicly declare your results – and please be honest! Use the excel spread sheet for that (or Twitter). Human beings are curious and competitive – so make use of that trait and compare your results with others. Take advantage of the community and squeeze that extra-bit of energy out of you!

For further information about the Academic Writing Month concept, please go to the PhD2Published page.

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