Quo vadis, (Schreib-)Peer-Tutor*innen-Konferenz?

17 Nov

Leonardo Dalessandro arbeitet seit 2012 am Schreibzentrum der Goethe-Universität Frankfurt am Main und ist dort als Peer-Schreibtutor, Writing Fellow und Mitglied im Büroteam tätig. Er studiert Geschichte, Philosophie und Politikwissenschaft. Außerdem gibt er zusammen mit David Kreitz, Franziska Liebetanz und Simone Tschirpke die Zeitschrift Journal der Schreibberatung (JoSch) heraus.

 

Als ich vor knapp einem Monat das Hauptgebäude der Universität zu Köln zur Teilnahme an der 10. Schreib-Peer-Tutor*innen-Konferenz betrat, machte ich mir einmal mehr bewusst, dass es für mich die letzte “SPTK” in der Funktion eines Schreibtutors sein würde. Insgesamt sechs dieser Konferenzen liegen nun hinter mir, eine davon richtete ich gemeinsam mit meinen geschätzten Kolleg*innen am Schreibzentrum der Goethe-Uni Frankfurt am Main im Herbst 2014 selbst aus. Grund genug für mich, um in der Rückschau auf sechs (Schreib-)Peer-Tutor*innen-Konferenzen an sechs verschiedenen Standorten einige aus meiner Perspektive als Schreibtutor relevante Fragen zur Zukunft des Formats zu stellen.

Warum überhaupt (S-)PTKs?

Die (studentische) Schreibberatung erscheint zunächst als ein bloß standortgebundenes Geschäft. Organisiert von Schreibzentren oder Institutionen mit anderem Label, aber mehr oder minder äquivalenter Ausrichtung vor dem Hintergrund gleichartiger Bedarfs- und Angebotsstrukturen, wird sie (meistens) getragen von Studierenden unterschiedlicher Fachbereiche auf Grundlage wenigstens ähnlicher Ausbildungskonzepte. Die Arbeit wird innerhalb des jeweils eigenen Wirkungsradius’ vollzogen. Tatsächlich aber arbeiten und wirken Schreibzentren nicht isoliert voneinander: Die Tätigkeit am eigenen Standort ist bestimmt durch vielfältigen Austausch mit anderen Standorten, sie wird befördert durch Kooperationen unterschiedlichen Umfangs, sie wird flankiert von nationalen und internationalen Konferenzen oder Tagungen mit verschiedenartiger fachlicher Prägung, sie wird gestärkt durch standortübergreifende Forschungen und ihre Ausgestaltung fußt auf einer breit gefächerten, interdisziplinär verfassten theoretischen Grundlage.

Dass wir als Schreibtutor*innen mit dem Arbeitsantritt “nicht nur in ein bestehendes Team” kommen, “sondern auch in eine bestehende Community”, dass “man nicht nur in seinem Schreibzentrum arbeitet, sondern ja auch irgendwie vernetzt ist mit anderen Schreibzentren”, dieser Sachverhalt wird uns oft erst später deutlich — spätestens mit der ersten Teilnahme an einer (S-)PTK. So beschreibt meine ehemalige Kollegin Katharina diesen Prozess der individuellen Verortung im ‘großen Ganzen’. Sie ist eine von sieben interviewten ehemaligen Schreibtutor*innen unseres Teams, die wir zu ihren Erfahrungen befragt haben. So habe sie gerade durch die Teilnahme an Konferenzen gemerkt, dass sie “nicht nur Studentin” sei, “sondern auch ein ernstzunehmender Teil der Wissenschaft.” Die Teilnahme an (S-)PTKs, so lässt sich aus ihren Aussagen schließen, ist also ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Bewusstwerdung und Ausdifferenzierung der eigenen Rolle in der Wissenschaftsgemeinschaft der Schreibdidaktik und -forschung.

Während alle Interviewten Konferenzteilnahmen wegen des Austauschs und der Vernetzung mit anderen Schreibtutor*innen als Wert an sich begreifen (so z. B. hier oder hier), weist Mona noch darauf hin, dass “durch den Austausch mit anderen in wissenschaftlichen Communities” im Rahmen von Konferenzen sogar “zusätzliche[n] Kompetenzen” erworben werden könnten. Austausch, Vernetzung und wechselseitige Wissensvermittlung zum Erwerb weiterer, für die Arbeit an Schreibzentren wertvoller Kompetenzen — in welchem Rahmen könnte das besser organisiert werden als mit einer Konferenz von Studierenden für Studierende?

Wie können (und sollten) (S-)PTKs inhaltlich und strukturell gestaltet werden?

Soweit ich zurückblicken kann, deckten die (Schreib-)Peer-Tutor*innen-Konferenzen mit ihren jeweiligen inhaltlichen Schwerpunktsetzungen eine große thematische Bandbreite ab: Von Grundfragen des schreibdidaktisch ausgerichteten Peer-Tutorings über Methoden und Techniken unserer Arbeitsfelder bis hin zum Hochschulmanagement für Schreibzentren reichte die inhaltliche Vielfalt, die Tutor*innen, wissenschaftliche Mitarbeiter*innen und Leitungen diskursiv verband.

So führte das Schreibzentrum Jena zur 5. PTK 2012 mit dem Fokus auf Schreibberatung für internationale Studierende sowie dem Zusammenhang von Lesen und Schreiben gleich zwei thematische Schwerpunkte ins Feld (eine Rückschau der Jenaer Tutor*innen findet sich hier, ebenso ist das storify des wohl fleißigsten Twitter-Nutzers der Schreibdidaktik online), während das Bochumer Schreibzentrum die 6. PTK 2013 ganz dem Austausch zum Schreiben und Beraten widmete. Wir Frankfurter wählten für die 7. PTK 2014 das Konferenzmotto “Positionen zwischen Lehren und Lernen”, um eben jenes Spannungsfeld näher zu beleuchten, in dem Schreibtutor*innen sich mit ihren vielfältigen Einsatzgebieten bewegen. Die Sprache, die unser Denken und Schreiben, aber auch unsere Beratungstätigkeit verfasst, stand im Fokus der 8. PTK 2015 in Hamburg (das Programm ist leider schon offline, aber eine Rückschau der Tutor*innen aus Frankfurt/Oder noch online). Die Beratungstätigkeit blieb weiterhin ein Schwerpunkt, indem im Zuge der 9. SPTK 2016 (nun mit dem neuen Label “Schreib-Peer-Tutor*innenkonferenz”) das Schreibzentrum der PH Freiburg die Ermittlung von Beratungsbedarfen ins Blickfeld rückte und die studentische Konferenz sich damit erstmals auch abseits von Leitungs- und Mitarbeiter*innentreffen mit Fragen der Angebotsausrichtung, des Hochschulmanagements und der institutionellen Legitimation beschäftigte — gerade in Zeiten unsicherer Finanzierungsgrundlagen für Schreibzentren ein bedeutsamer Meilenstein (eine Rückschau der schreibfreudigen Kolleg*innen aus FFO findet sich hier, Tutor*innen der PH Zürich haben hier ihre Eindrücke verewigt). Die 10. und damit jüngste SPTK 2017 in Köln setzte die Rollen von Schreibtutor*innen und die damit einhergehenden potentiellen Konflikte im Rahmen der Peer-Schreibberatung auf die Agenda — ein Thema, dass in mehr oder minder ähnlicher Weise nicht nur 2014 in Frankfurt, sondern in Vorträgen, Workshops, Pausengesprächen oder offenen Diskussionsrunden im Rahmen aller Konferenzen seinen Platz fand und daher wohl als eines der Kernthemen von Schreibtutor*innen angesehen werden kann (unser Konferenzbeitrag, ein Film zum Rollenverständnis von Schreibtutor*innen, kann hier angesehen werden).

Dieser kursorische Blick auf die Themen der letzten Jahre lässt erahnen: Eine (S-)PTK inhaltlich so auszurichten, dass sowohl neue Kolleg*innen als auch erfahrene Tutor*innen von einer Teilnahme profitieren, kann eine Herausforderung sein. Wie also damit umgehen? Vor Kurzem äußerte Daniel Spielmann (@spani3l) in seinem Blog, “dass […] Kernthemen des peer tutorings v.a. im Rahmen der Ausbildung besprochen werden” sollten, da erfahrene Tutor*innen sich angesichts zu basaler Inhalte sonst langweilen könnten. Im schlimmsten Falle könnten sie den Tagungen fernbleiben, womit ein wertvoller Erfahrungsaustausch zum erliegen kommen könne. Diese aus einem gemeinsamen Gespräch unmittelbar im Nachhall der Konferenz hervorgegangenen Gedanken haben mich (mitsamt der ausführlichen Repliken von @DennisFassing und @chri_kel) eine Weile beschäftigt. Das, was man womöglich als schreibdidaktische Propädeutik ansehen kann, allein in die Schreibtutor*innenausbildung zu verlagern, um während der (S-)PTKs möglichst viel Raum für Neues und Weiterführendes bereitstellen zu können, erschien mir auf den ersten Blick als passende Lösung für die genannte Herausforderung. Weniger erfahrene und erfahrenere Kolleg*innen könnten auf diese Weise gleichermaßen an vertiefenden Fragen arbeiten.

Ich sehe hier aber auch Schwierigkeiten: Die Konzepte zur Ausbildung von Schreibtutor*innen können auch vor dem Hintergrund mehrjähriger Bemühungen um ähnliche Ausbildungsstandards stark variieren und mit diesen schließlich die individuellen Kenntnisstände. Um Kernthemen des Peer-Tutorings nicht länger im Rahmen der studentischen SPKTs zu behandeln, müsste eben mit einiger Erwartungssicherheit vorausgesetzt werden, dass diese im Rahmen der Ausbildungen hinreichend Platz fänden. Hinzu kommt, dass selbst bei einer hypothetischen Gleichartigkeit der Ausbildungskonzepte auch jene Kolleg*innen an den Konferenzen teilnehmen könnten, deren Ausbildungsstand noch nicht weit fortgeschritten sein könnte (in Köln unterhielt ich mich mit einem Kollegen, der erst zwei Wochen zuvor seine Ausbildung begonnen hatte). Was würde eine Konferenz nur für Fortgeschrittene ihnen bringen? (S-)PTKs dienten aus diesem Grund neben der “Akkulturation” (die eigene Position im ‘großen Ganzen’), dem Austausch (Wert an sich) und der wechselseitigen Wissensvermittlung (zusätzliche Kompetenzen erwerben) immer auch der Aufhebung von Wissensasymmetrien in der Peer-Tutor*innenschaft, so wie Schreibzentren der Aufhebung von Wissensasymmetrien in der Studierendenschaft dienen. Und das wichtigste: Sie können über die Steuerung der Vortrags- und Workshopinhalte ganz unabhängig von ihren Schwerpunkten immer die Möglichkeit bieten, jüngere und ältere Kolleg*innen zusammen zu bringen, um gemeinsam Anliegen ganz unterschiedlicher skill level zu verhandeln, von basalen Methoden der Schreibdidaktik bis hin zu komplexen Spezialfragen der Schreibforschung. Vielleicht ist es also gar nicht so wichtig, welche Konferenzthemen letztlich als Schwerpunkte gesetzt werden, solange diese wichtige Eigenschaft immer aufs Neue erhalten wird.

Der Frage nach den Inhalten schließt sich die Frage nach der Struktur an: Austausch und Vernetzung, Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb brauchen Raum und Zeit. Angesichts recht voller Zeitpläne mit einer Vielzahl an Workshops und Vorträgen dieses Jahr in Köln, aber auch schon in Freiburg 2016, war es nicht verwunderlich, dass eine Kollegin im Abschlussplenum sich genau das für die nächste Konferenz wünschte: mehr Raum für eigene Inhalte, mehr Zeit zum Kennenlernen und gemeinsamen Arbeiten. Und hier wiederholte sich Geschichte: Auf Grundlage der Erfahrungen der Jenaer Konferenz 2012 wartete Bochum 2013 mit einem für die PTKs neuen Format auf, den open spaces. Mit diesem Format, das im Anschluss an die Bochumer Konferenz von uns 2014 und von Hamburg 2015 adaptiert wurde, wird ermöglicht, aus dem bisherigen Konferenzgeschehen heraus Arbeitsgruppen zu bilden, die Inhalte vertiefen oder offene Fragen aufwerfen können. Um den genannten Bedürfnissen gerecht zu werden, sollte aus meiner Sicht keine (S-)PTK mehr ohne open spaces arbeiten.

Auch eine Intensivierung der Vernetzung innerhalb der Peer-Tutor*innenschaft war einmal mehr ein wichtiges Anliegen im Abschlussplenum, ein Anliegen, das wohl ausnahmslos jedes Abschlussplenum einer (S-)PTK zu hören bekam — und mit Recht!

Denn der Wunsch auch nach der am Ende doch so schnell verfliegenden Konferenzzeit gute Gespräche fortführen und neu geknüpfte Bekanntschaften pflegen zu können, ist so verständlich wie sinnvoll. Die Frage ist also nicht so sehr, ob eine stärkere Vernetzung gegeben sein sollte, sondern wie man diese dauerhaft und nachhaltig erreichen kann. Viele Versuche wurden hier schon unternommen, alle mir persönlich bekannten sind spätestens in diesem Jahr schon wieder in Vergessenheit geraten. Einen dieser Versuche möchte ich dennoch nicht unerwähnt lassen, denn er war mit viel Mühe und Zeit für nicht wenige Menschen verbunden: Zur PTK in Bochum 2013 schickten wir, eine Gruppe von Schreibtutor*innen aus Frankfurt und Hamburg um @spani3l, uns an, eine Lösung für das Vernetzungsproblem anzubieten, die gleichzeitig noch eine ganze Reihe an interessanten Nutzungsmöglichkeiten zum kollaborativen Arbeiten bereitstellen sollte. Wir öffneten eine Google+-Community und luden alle zur aktiven Mitarbeit ein. Die Gruppe umfasste auf ihrem Höhepunkt 79 Mitglieder, tatsächlich aktiv war aber immer nur ein Bruchteil davon. Nichtsdestotrotz gelang es, im Zuge der EWCA 2014 in Frankfurt/Oder einen internationalen Ableger zu gründen und die Aktivität noch bis zur PTK 2015 in Hamburg aufrecht zu erhalten. 2016 versackte diese schließlich vollends, was sicher viele Gründe haben mag, deren eingehende Erkundung hier aber keinen Platz finden kann. Vielleicht irrten wir uns damals einfach im Medium, denn Google+ war und ist keine Social-Media-Plattform, die sich im Alltag von Menschen im deutschsprachigen Raum besonderer Beliebtheit erfreut — und das, obwohl so ziemlich alle Nutzer*innen eines Android-Smartphones einen Google-Account anlegen. Zum Ende der Kölner Konferenz hin wurde eine Facebook-Gruppe gegründet, die zurzeit 17 Mitglieder, aber keinerlei Aktivität aufweist. Vielleicht verlieren wir uns im Nachklang der Konferenzen doch auch wieder zu schnell im Alltag unserer Standorte, gehen unserer Arbeit, unserem Studium und anderen Verpflichtungen nach. Wer möchte nach langen Arbeits- und Studientagen abends oder nachts noch weiter über Arbeitsinhalte sprechen, wenn die freie Zeit ohnehin knapp bemessen ist? Vielleicht ist der Wunsch nach stärkerer Vernetzung also auch nichts weiter als das: Ein bloßer Wunsch, der sich unmittelbar aus der inspirierenden Zeit der Konferenz ergibt, aber kaum zu verwirklichen ist. Und wenn das so ist, dann könnte ein E-Mailverteiler der Schreibtutor*innen vielleicht doch die einfachste und nachhaltigste Variante dauerhafter Vernetzung sein.

Wie kann inhaltliches und organisatorisches Wissen zu (S-)PTKs gesichert und weitergegeben werden?

Die mittlerweile fest etablierten Bologna-Reformen erweisen sich für Schreibzentren wohl als Segen und Fluch zugleich. Sie sind (wenigstens zurzeit noch) ein Segen, weil Schreibzentren wegen der mit den Reformen einhergehenden Fokussierung auf marktkonformen Kompetenzerwerb (Steigerung der employability) finanziell besser ausgestattet werden und mehr Aufmerksamkeit erhalten als zuvor. Sie sind aber auch ein Fluch, weil die ‘Stammbelegschaft’ vieler Schreibzentren in Form ihrer Schreibtutor*innen häufige und abrupte Wechsel erleben kann. Deutlich verkürzte (Regel-)Studiendauern, häufigere Standortwechsel und Studiengänge mit hoher Prüfungslast lassen Tutor*innen mit mehrjähriger Erfahrung zunehmend seltener werden. Angesichts dieser strukturell bedingten hohen Fluktuation innerhalb der Peer-Tutor*innenschaft erscheint es daher umso wichtiger, adäquate Mittel zur Wissenssicherung- und weitergabe zu etablieren, sowohl innerhalb unserer Zentren als auch mit Blick auf standortübergreifende Institutionen wie die (S-)PTKs.

Bisher erfolgte die Ergebnispräsentation und -sicherung der Konferenzen zumeist dezentral über die Webseiten der ausrichtenden Schreibzentren. Das hatte und hat den Nachteil, dass Informationen erst recherchiert werden müssen oder sogar verloren gehen können (vgl. FFM 2014 und HH 2015). Um den Abriss inhaltlichen und organisatorischen Wissens zu vermeiden, scheint klar, dass die Konferenz einen zentralen Ort benötigt, an dem beides dauerhaft nachgehalten werden kann. Ein solcher Ort muss bestimmte Kriterien erfüllen:

  • Er muss für alle Interessierten (und insbesondere zukünftige Ausrichter*innen) gut erreichbar sein,
  • er muss die Sicherung (womöglich auch größerer) Datenbestände erlauben,
  • er sollte idealerweise zur Präsentation nach Außen nutzbar und
  • er sollte nach Möglichkeit nicht schwer zu bedienen sein.

In seinem Blogbeitrag erwähnte @spani3l schon ein Google Drive oder das CMS der Gesellschaft für Schreibdidaktik und Schreibforschung (gefsus) als potentiell nutzbare Orte. Während ein Google Drive lediglich einen Datenspeicher bereitstellen könnte (das ist für sich genommen nichts Schlechtes und Google bietet mit 15 GB einen zugegebenermaßen sehr großen Datenspeicher kostenfrei an), würde die Nutzung des CMS der gefsus wohl zunächst einen institutionelle Verknüpfung von SPTK und Verein erforderlich machen, die an anderer Stelle beschlossen und umgesetzt werden müsste. Aber auch dann würde sich die Frage stellen, ob ein interner Bereich auf der Webseite des Vereins die genannten Kriterien erfüllen würde.

Ich möchte mich daher zwei anderen Möglichkeiten zuwenden, die ich im Kontext studentischer Bundesfachschaftentagungen kennengelernt habe und die ganz gut zu funktionieren scheinen: (1) Eine Möglichkeit wäre ein MediaWiki, also jene netzbasierte Software, mit der die Wikipedia betrieben wird. Wikis sind sehr vielfältig einsetzbare und trotz ihres Alters sehr leistungsstarke Datenspeicher mit der Funktionalität einer Webseite. Sie eignen sicher daher sowohl hervorragend zur strukturierten Ablage von Datenmaterial als auch zur Präsentation von Ergebnissen, wobei die Inhalte auch von vielen Nutzer*innen kollaborativ erarbeitet werden können. Ein Beispiel für ein gut gepflegtes Konferenz-Wiki ist jenes der “Zusammenkunft aller deutschsprachigen Physik-Fachschaften” (ZaPF), das unter zapf.wiki zu erreichen ist. (2) Eine andere Möglichkeit wäre ein WordPress-Blog. Ursprünglich ein simples netzbasiertes Tool zum Erstellen eines Weblogs, ist WP auch in seiner kostenfreien Variante mittlerweile zu einem leicht zu bedienenden Content Management System (CMS) geworden. Wie ein Wiki bietet es die Möglichkeit, Daten abzulegen und eine Webseite zu gestalten, mit deren Hilfe diese strukturiert präsentiert werden können. Ein Beispiel hierfür ist die Webseite der Bundesfachschaftentagung Geschichte.

Die von @spani3l intendierte Anbindung der SPTK an die gefsus, in der ohnehin alle deutschen Schreibzentren organisiert sind, könnte sich schließlich als äußerst wertvolles Mittel erweisen, um eine solche zentrale Datensicherung und -präsentation bereitzustellen, denn nicht nur könnte es damit eine auf zwei Jahre von der Mitgliederversammlung der gefsus gewählte Ansprechperson für die Konferenz geben (etwa mit dem Amt der Tutor*innenvertretung?), die gefsus verfügt auch über die Serverkapazitäten für eine eigene und damit datenschutzrechtlich sichere Wiki- oder WordPress-Installation.

In welche Richtung sich unsere Konferenz entwickelt, wird schließlich von jeder Generation von Schreibtutor*innen und ihren Institutionen aufs Neue entschieden. Vielleicht kann es sich bei dieser Aufgabe als wertvoll erweisen, den Blick ein wenig in die Vergangenheit schweifen zu lassen, die ich mit diesem Text habe klarer hervortreten lassen wollen. Das Rad muss schließlich nicht neu erfunden werden und womöglich finden sich in der Rückschau auf vergangene Konferenzen wertvolle Anknüpfungspunkte. Wohin auch immer aber der Weg der (Schreib-)Peer-Tutor*innen-Konferenz führen mag — ich bin mir sicher, sie bleibt für alle Generationen von Schreibtutor*innen die prägende Erfahrung, die sie für mich war.

2 Antworten to “Quo vadis, (Schreib-)Peer-Tutor*innen-Konferenz?”

Trackbacks/Pingbacks

  1. #gefsus: SIG PT (re)formiert sich – spani3l stuff - Dezember 20, 2017

    […] Adelung, die diese Arbeitsgruppe inzwischen erfahren könnte. Leo war mir mit dieser Ansicht einen Schritt voraus. Doch ich will hier nicht in Vergangenheit schwelgen (vorwärts immer…), sondern fix ein […]

  2. gefsus MV 2017 – spani3l stuff - Dezember 20, 2017

    […] wurde bereits im Vorfeld angesprochen und auch digital diskutiert: hier und von @LeonardoD_FFM hier. Am Vortag der MV wurde es außerdem im Rahmen eines World Cafés besprochen. Dank konstruktiver […]

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